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Wahlprogramm

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

aus vielen Gesprächen mit Ihnen sowie meinen Erfahrungen als Einwohner, Vereinsmitglied und Kommunalpolitiker ist das vorliegende Wahlprogramm für die Bürgermeisterwahl am 12. November 2017 entstanden. Hier finden Sie die wichtigsten Punkte, für die ich mich einsetzen möchte.

Seit 2009 bin ich in Seeheim-Jugenheim zuhause und in dieser Zeit ist mir unsere Gemeinde zur Heimat geworden. In den nächsten sechs Jahren möchte ich als Bürgermeister zusammen mit der Gemeindevertretung diese Heimat nicht nur verwalten, sondern auch gestalten.

Deshalb bitte ich am 12. November 2017 um Ihr Vertrauen und Ihre Stimme.

Herzlichst

Ihr Torsten Leveringhaus

Natur - Energie - Umwelt

Die Veränderungen durch den Klimawandel sind eine zentrale Herausforderung auch für unsere Kommune. Immer höhere Temperaturen und häufigere Starkwetterereignisse sind hierfür sichtbare Anzeichen. Um dem Klimawandel entgegen zu wirken, gilt es auch auf kommunaler Ebene, erneuerbare Energien zu nutzen und Energie effizient einzusetzen. Als Ziel setze ich mir dabei, Seeheim-Jugenheim auf den Weg zu einer klimaneutralen und möglichst energieautarken Gemeinde zu bringen.
Die Maßnahmen sind dabei nicht nur auf die Installation von modernen Heizanlagen oder Solarthermie- bzw. Photovoltaikanlagen begrenzt. Auch fließendes Wasser und viel Grün sorgen für ein angenehmes Klima in der Gemeinde.
Und nicht zuletzt gilt es, unsere Kulturlandschaft mit ihrer Artenvielfalt zu erhalten.

Projekte mit dem Ziel, in der Gemeinde Lebensmittel anzubauen, unterstütze ich als Bürgermeister gerne, da sie die Möglichkeit bieten, regionale Lebensmittel auch ohne eigenen Garten zu erzeugen und gleichzeitig auch neue soziale Strukturen schaffen zu können.

Basis für das Erreichen vieler dieser Ziele ist das Umweltprogramm der Gemeinde, das 1994 erstellt wurde. Es enthält auf 394 Seiten eine Vielzahl von Vorschlägen und Handlungsmöglichkeiten aus allen Bereichen der Gemeinde. Nach über 20 Jahren ist es an der Zeit, das Programm auf seine Aktualität zu prüfen und gegebenenfalls zu überarbeiten.

Die Energie- und Umweltberatung im Rathaus als wichtiges Beratungsangebot für die Bürgerinnen und Bürger muss erhalten bleiben.

Bürgerschaftliches Engagement

Mit den Ortsbeiräten in Balkhausen, Malchen und Ober-Beerbach - inklusive Steigerts und Stettbach - strebe ich eine bessere Zusammenarbeit an, da sie die Situation in den jeweiligen Ortsteilen am besten kennen und einschätzen können.

Gleichzeitig haben wir aktuell mit dem Ausländer- und dem Seniorenbeirat zwei Gremien, die der Kommunalpolitik beratend zur Seite stehen, wenn es um Angelegenheiten dieser Bevölkerungsgruppen geht. Ich setze mich zusätzlich dafür ein, dass wir in Seeheim-Jugenheim wieder ein Jugendparlament sowie eine Schwerbehindertenvertretung einrichten, damit auch die Erfahrungen und Wünsche dieser Gruppen im Gemeindeparlament Gehör finden.

Viele Menschen in Seeheim-Jugenheim engagieren sich ehrenamtlich. Eine Koordinierungsstelle für das Ehrenamt kann die Aktiven unterstützen und gleichzeitig neue Initiativen koordinieren und Informationen bereitstellen.

Auch unsere Kommune kann durch Städtepartnerschaften und Austausche ein Zeichen setzen für ein gemeinsames und friedliches Europa. Als Bürgermeister werde mich dafür einsetzen, diese Angebote aufrecht zu erhalten und auch für jüngere Menschen attraktiv zu gestalten.

Generationenfreundliche Gemeinde

Die Beitragsbefreiung für alle drei Kindergartenjahre begrüße ich sehr. Dabei ist sicherzustellen, dass die aktuelle Betreuungsqualität erhalten bleibt.
Gleichzeitig gilt es, die Anzahl der Betreuungsplätze und -zeiten ständig zu überprüfen. Aktuell bietet nur die KiTa Windrad Betreuungszeiten bis 17 Uhr an. Dies ist jedoch für manche Familien aufgrund der beruflichen Tätigkeit nicht ausreichend.
Die Anmeldung für einen Betreuungsplatz sollte zentral möglich sein.

Die kostenlose Entsorgung von Windeln hilft Familien mit Kleinkindern sowie Menschen mit Inkontinenz und sorgt für eine größere Generationenfreundlichkeit der Gemeinde.

Alle Einrichtungen des öffentlichen Lebens müssen für alle Menschen erreichbar sein. Genügend Sitzgelegenheiten in der Gemeinde bieten auch Menschen, deren Bewegungsmöglichkeit eingeschränkt ist, die Teilnahme am öffentlichen Leben.

Mitfahrbänke erweitern diese Teilhabe um die Möglichkeit, auch ohne eigenes Auto andere Ziele zu erreichen. Sie signalisieren vorbeifahrenden Autos, dass die Person mitgenommen werden möchte.

Zudem gehören der weitere Ausbau der Barrierefreiheit sowie die Sicherstellung der ärztlichen Versorgung zu Punkten, für die ich mich als Bürgermeister einsetzen möchte.
Dies gilt auch für die ärztliche Notfallversorgung, die aktuell neu ausgeschrieben wurde. Es wäre für Seeheim-Jugenheim sehr von Vorteil, wenn der Standort in der Gemeinde erhalten bliebe.

Ortsentwicklung

Eine gesperrte Sport- und Kulturhalle, marode Straßen und renovierungsbedürftige öffentliche Gebäude sind deutliche Zeichen des Investitionsstaus in unserer Gemeinde. Hier gilt es schnell zu handeln, damit die notwendigen Maßnahmen und Kosten nicht immer weiter steigen.
Um die Bürgerinnen und Bürger mit einzubeziehen soll daher mit den Vereinen, dem Arbeitskreis örtlicher Vereine und anderen Initiativen engerer Kontakt gesucht werden, um deren Know-How, Ideen und Engagement noch besser für die Entwicklung unserer Gemeinde nutzen zu können.

Es gilt zudem, zusammen mit der Gemeindevertretung ein städtebauliches Konzept zu entwickeln, um die Gestaltung unseres Ortes selbst in die Hand nehmen zu können.

All dies bedarf einer finanziell gesunden Gemeinde, die in der Lage ist, auch auf unvorhersehbare Ereignisse zu reagieren. Ob dabei weitere Sparmaßnahmen oder Steuererhöhungen das richtige Mittel sind, muss die Gemeindevertretung verantwortungsvoll entscheiden.
Zusammen mit den umliegenden Kommunen will ich mich beim Land dafür einsetzen, dass die finanzielle Grundausstattung verbessert wird.

Die Beantragung von Fördermitteln muss professionalisiert werden, da in der Vergangenheit Fördermöglichkeiten zu oft nur per Zufall entdeckt wurden bzw. die Antragsfrist schon abgelaufen war.

Ortsentwicklung findet aber vor allem durch Sie, die Bürgerinnen und Bürger statt. Es gilt Angebote zu schaffen, die eine gezielte Teilhabe an bestimmten Verfahren ermöglichen. Diese Mitarbeit erfolgt projektbezogen und verpflichtet nicht, wie zum Beispiel in der Gemeindevertretung, zu einer mehrjährigen Mitarbeit.

Die Neubürgerbegrüßung bedarf einer konzeptionellen Überarbeitung, soll aber weiter fortgeführt werden, um Neubürgern unsere Gemeinde näher zu bringen.

Mobilität

Es müssen neue Wege gefunden werden, damit Menschen auch ohne eigenes Auto in der gesamten Gemeinde mobil sein können. Es gilt hier ein engmaschiges und vielseitiges Transportnetz zu schaffen.
Fußgänger und auch Fahrradfahrer sind Verkehrsteilnehmer, die besonders gefährdet sind, gleichzeitig aber einen besonders positiven Beitrag zur Umweltproblematik leisten. Dafür sollten sie belohnt werden, z.B. mit guten und sicheren Fahrradwegen. Das ist an einigen Stellen in der Gemeinde mit historisch gewachsenen Strukturen schwierig, aber auch dort notwendig.
Ampelschaltungen, die nur die Autofahrer begünstigen, sollten ebenso der Vergangenheit angehören.

Mit dem Ausbau der Darmstädter Lincoln-Siedlung, die weitgehend autofrei sein soll, werden auch die Straßenbahnlinien 6 und 8 stärker frequentiert. Zudem sind immer mehr Menschen mit Kinderwägen oder Rollatoren per ÖPNV unterwegs. Ich setze mich als Bürgermeister dafür ein, dass die Anbindung nach Darmstadt weiterhin für alle gut nutzbar ist.

Um die Mobilität in der gesamten Gemeinde zu verbessern soll es möglich sein, verschiedene Verkehrsmittel je nach Bedarf zu kombinieren. Per Bus, dem eigenen Auto oder Car-, Bike- und Ridesharing – die Digitalisierung bietet uns hierfür die Chance.

Verwaltung

Viele Prozesse, die heute noch einen Besuch des Rathauses erfordern, können inzwischen online erledigt werden. Gerade für eine Flächengemeinde wie Seeheim-Jugenheim ist das ein echter Mehrwert, den ich so schnell wie möglich angehen werde. Die Möglichkeit, weiterhin auf bewährten Weg seine Behördengänge zu erledigen, bleibt dabei aber definitiv bestehen.

Um alle Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen zu können, ist eine schnelle Internetanbindung ein Muss - für Privathaushalte aber erst recht für Unternehmen. Die einzig zukunftssichere Lösung heißt dabei Glasfaserkabel. Bei jeder Straßensanierung sollen sie daher in Zukunft bis in die Häuser verlegt werden, und nicht wie bisher nur an Verteilerkästen.

Als Bürgermeister werde ich immer ein offenes Ohr für Sie haben. Neben den Kontaktmöglichkeiten bei Veranstaltungen soll es regelmäßige Bürgersprechstunden geben, bei denen Sie mir Ihre Fragen, Probleme aber natürlich auch Ideen direkt mitteilen können.

Als weitere Kontaktmöglichkeit für Bürgerinnen und Bürger aber auch als Werbung für unsere Gemeinde für potenzielle Neubürger sowie Touristen soll eine Facebook-Seite eingerichtet werden.

Interkommunale Zusammenarbeit

Bei der interkommunalen Zusammenarbeit gilt es, neue Wege zu beschreiten und sie auf den Bereich der Datenverarbeitung zu erweitern.

Die so entstehende gemeinsame Datenbasis erlaubt es, unter strenger Beachtung des Datenschutzes Daten auszutauschen, aufzubereiten und zu veröffentlichen. Dies sorgt am Ende für eine Beschleunigung von Vorgängen und auch für geringere Kosten.
Austauschmöglichkeiten bestehen dabei im Bereich der Leerstandskataster, der Bauleitplanung aber auch der Ansiedlung von Gewerbetreibenden, denen man ein breiteres Angebot an Standorten bieten kann.

Die gemeinsamen Bestrebungen, unsere Region touristisch bekannt zu machen und zu vermarkten, zum Beispiel im Verein Tourismus Service Bergstraße e.V., sollen weiter unterstützt werden.

Ein Besuchermagnet für Einheimische aber auch Touristen war viele Jahre die autofreie Bergstraße, für deren Wiederaufleben ich mich einsetzen werde.