Wahl 2017

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Liebe Freund*innen,

viele, die dies hier lesen, kennen Seeheim-Jugenheim natürlich sehr gut. Aber lasst mich von jemanden berichten, der neu in unsere Gemeinde kommt.

Ein Mensch, der 2003 auf einer Wochenend-Veranstaltung im Falkenheim ist und schon damals, auch wenn er nicht viel von der Gemeinde sehen kann, einen bleibenden Eindruck behält.

Der dann, als er 2009 in Südhessen eine Wohnung sucht, sich an die Gemeinde erinnert, sie zu seiner neuen Heimat macht und dies auch nicht bereut. Der sich über den Straßenbahnanschluss nach Darmstadt freut und so das Auto kaum noch benötigt, der vor Ort von der Apotheke bis zum Zweiradladen alles vorfindet, darunter wie in Jugenheim einen Supermarkt nicht auf der grünen Wiese, sondern direkt im Ort, im alten Ortskern von Seeheim ein super Eis in toller Atmosphäre und der, wenn er an die Familienplanung denkt, mit dem Schuldorf einen Ort vorfindet, der vom Kindergarten bis zum Abitur alles anbietet.

Ihr werdet es euch schon denken können, der Mensch war - beziehungsweise bin - ich. Und ich empfinde die Gemeinde auch heute noch als absolut lebens- und liebenswert. Klar kann ich jetzt auch nach acht Jahren schon Dinge aufzählen, die sich verändert haben und vielleicht früher besser waren, aber was ich aufgezählt habe, gilt noch immer.

So lernte ich Seeheim-Jugenheim kennen und lieben, aber wie kam ich zu den GRÜNEN?

Das hat ganz viel mit dem Wahljahr 2004 in Krefeld zu tun und wenn ich mich nun hier bewerbe, schließt sich für mich quasi ein Kreis. Damals hatte ich dort meinen Lebensmittelpunkt und es standen verschiedene Wahlen an, darunter die der Stadtteilparlamente und des Oberbürgermeisters.

Ich wohnte in einem Stadtteil, in dem auch sehr viele Menschen mit Migrationshintergrund lebten und die GRÜNEN waren die einzige Partei, die eben jene Menschen auf den vorderen Plätzen ihrer Liste hatten. Man kann Politik nur mit den Menschen machen, nicht für sie und erst Recht nicht, wenn die Lebenswirklichkeit sich stark unterscheidet - dafür standen und stehen die GRÜNEN heute wie damals.

Doch noch mehr überzeugte mich der Oberbürgermeisterkandidat in der Fragerunde der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung. Angesprochen auf die Zukunft des Krefelder Hauptbahnhofes kamen da die normalen Allgemeinsätze: Man müsse mit den ortsansässigen Gewerbetreibenden und mit den Anwohnern reden und dann halt mal schauen. Nur der GRÜNE Kandidat entwickelte eine Vision, wie er die Zukunft gestalten würde.

Aber kann das ein Bürgermeister überhaupt, gestalten? Schaut man auf den Titel der Tätigkeit – Chef der Verwaltung – ist er doch eigentlich zum Verwalten da.

Ja, der Schluss liegt nahe und sicherlich kann man dieses Amt so ausüben. Man kann seine Möglichkeiten aber auch nutzen, die Gemeinde aktiv voranzubringen und dies nicht nur den Fraktionen in der Gemeindevertretung oder gar dem Zufall überlassen.

Und Gestaltungsmöglichkeiten liegen dabei hier in Seeheim-Jugenheim teilweise sprichwörtlich auf der Straße. Die Frage der Mobilität in der Gemeinde muss ständig neu gedacht werden und muss ebenfalls alle Teilnehmer*innen einbeziehen. Dazu gehört ein wirklich nutzbarer Nahverkehr, ein gut ausgebautes Radwegenetz und Bürgersteige, auf denen man ohne Hindernisse auch noch mit einem Rollator oder Kinderwagen gehen kann – aber auch intakte Straßen.

Dies gilt gleichfalls beim Thema Wohnungsbau. Hier herrscht Bedarf, beim normalen ebenso wie beim sozialen Wohnungsbau. Hier können wir die Ortsentwicklung am einfachsten, aber auch am entscheidensten gestalten.

Ein wichtiges Anliegen wird zudem die Familienfreundlichkeit unserer Gemeinde sein. Dazu gehören vor allem die Möglichkeiten zur Kinderbetreuung. Wobei es nicht nur um Betreuung geht, Kindertagesstätten sind immer mehr Bildungseinrichtungen und es sollte finanziell allen ein Besuch möglich sein. Den veränderten Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt müssen wir dabei auch bei den Betreuungszeiten Rechnung tragen.

Große Veränderungen bringt auch die Digitalisierung mit sich. Die Chance, die Verwaltung dabei bürgernäher zu gestalten, müssen wir ergreifen. Außerhalb der Öffnungszeiten den Personalausweis zu verlängern oder sein Kind für einen Besuch beim Kindergarten anzumelden, sind ebenso Beispiele wie neue Formen der Bezahlung von Gebühren und Kosten.

Und nicht zuletzt haben wir die derzeit geschlossene Sport- und Kulturhalle, die aber für das kulturelle und sportliche Leben in unserer Gemeinde benötigt wird. Aber die derzeitig diskutierten Pläne bergen die Gefahr, unsere Gemeinde auf Jahre hinaus handlungsunfähig zu machen. Statt stur die Maximallösung zu verfolgen setze ich mich hier für einen ergebnisoffenen Neuanfang ein, der auch Raum für andere, dringend benötigte Investitionsmaßnahmen lässt aber die Halle gleichzeitig so schnell wie möglich der Bevölkerung wieder zur Verfügung stellt.

Das alles steht und fällt natürlich mit der finanziellen Ausstattung der Gemeinde. Hier wurden in den letzten Jahren schon enorme Anstrengungen unternommen, zugegebenermaßen auch nicht immer die populärsten. Der Blick muss dabei aber auch nach außen gerichtet werden, auf die Zusammenarbeit mit anderen Kommunen, aber auch auf Förderprogramme von Land, Bund und EU, die bisher eher nach dem Zufallsprinzip gefunden werden.

Selbstverständlich gehört aber auch die Verwaltung zum Aufgabenbereich. In den letzten knapp acht Jahren konnte ich die Verwaltung Seeheim-Jugenheim kennenlernen, als Bürger, aber vor allem als Gemeindevertreter.

Als große Herausforderung sehe ich dabei die Personalsituation. In den nächsten Jahren steht ein großer Wechsel an und es gilt, diesen sobald als möglich aktiv zu gestalten. Hierfür kann ich meine Erfahrungen aus der Weiterbildung zum Demografie-Berater einsetzen, um dies zu bewerkstelligen.

Gleichzeitig gilt es, die Verwaltung zu modernisieren und die Möglichkeiten zu nutzen, die uns technisch heute zur Verfügung stehen und sowohl für die Verwaltung als auch für die Bürger Erleichterungen bringen können.

Sich weiterzubilden war schon immer wichtig, aber mit der Geschwindigkeit des Fortschrittes ist es unverzichtbar. Das gilt auch in der Verwaltung und ich will mich dafür einsetzen, dies besser und intensiver umzusetzen.

All das sind Schlaglichter, die sich in Gesprächen mit Bürger*innen in der Gemeinde und in der politischen Arbeit der letzten Jahre gezeigt haben. Ein Wahlprogramm soll es dabei mit Absicht nicht sein.

Dies sollen – nach meiner Vorstellung – nämlich nicht nur die GRÜNEN und erst recht nicht ich alleine schreiben. Ich möchte den Bürger*innen die Möglichkeit geben, mir mitzuteilen, wie Sie über unsere Gemeinde denken, im Positiven wie im Negativen. Wo kann man sich in der Gemeinde wohlfühlen? Wo muss städtebaulich etwas getan werden? Welche Probleme existieren und was wären Lösungsvorschläge?

Das alles soll in mein Wahlprogramm mit einfließen und ich möchte Antworten darauf geben, wie ich das Gute bewahren, aber vor allem bestehende Probleme anpacken will.

Hierzu wird es auf meiner Homepage einen speziellen Bereich geben, auf dem man sich beteiligen kann und natürlich stehe ich auch persönlich zum Gespräch zur Verfügung.

Das alles will ich machen, aber was qualifiziert mich dazu und warum will ich es machen?

Mein Studium der Wirtschaftspädagogik habe ich einst angetreten, um Lehrer zu werden. Was ja, würden einige sagen, schon mal keine schlechte Voraussetzung ist, um Politiker zu werden. Auch wenn ich aus finanziellen Gründen das Studium nicht beenden konnte, blieb mein Wunsch, jeden Tag mit Menschen zu arbeiten und Ihnen zu helfen.

In meiner Tätigkeit in der Versicherungsbranche gehörte die schon angesprochene Weiterbildung zu meinem ständigen Arbeitsalltag. Nach dem nebenberuflichen Fachwirtstudium oblag mir in der neu gegründeten Bonusagentur, einer Tochterfirma der Industriegewerkschaft Bergbau Chemie Energie, in der Startphase als Personalleiter unter anderem die Einarbeitung von 40 neuen Mitarbeitern.

Aktuell bin ich bei der „wer | denkt | was“- GmbH tätig, einem ehemaligen Darmstädter Start-up für Bürgerbeteiligung und Crowdworking. Als Key-Account-Manager obliegt mir die Betreuung der wichtigsten Kunden, von der Akquise bis hin zur Begleitung der gemeinsamen Projekte.

Und nicht zuletzt bin ich politisch aktiv, in der Gemeinde, im Kreis sowie in Land und Bund. Seit 2011 sitze ich für uns Grüne in der Gemeindevertretung und war dort fünf Jahre lang stellvertretender Fraktionsvorsitzender sowie Mitglied das Ausschusses für Umwelt, Naturschutz und Verkehr. Seit der Kommunalwahl 2016 bin ich Vorsitzender der Gemeindevertretung.
Im Ortsverband bin ich seit 2012 im Vorstand aktiv, dabei zwischen 2014 und 2016 als Sprecher. Dieses Amt gab ich ab, da ich 2016 nach dem plötzlichen Tod von Christian Flöter zum Sprecher des Kreisverbandes gewählt worden bin.
Im Land und im Bund engagiere ich mit in den Bereichen Arbeits- und vor allem Netzpolitik, unter anderem als Mitglied der Landesarbeitsgemeinschaft Medien- und Netzpolitik sowie beim streamen von grünen Veranstaltungen, so dass man auch von zuhause aus die Veranstaltungen miterleben kann.

Spricht man mit amtierenden oder ehemaligen Bürgermeistern, so kann man sich natürlich fragen, warum man sich das überhaupt antut, Bürgermeister zu sein. Von 80-Stunden-Wochen ist da die Rede, von Besuchen im Freibad, bei denen man für die 25-Meter-Bahn eine halbe Stunde braucht, weil jede*r etwas loswerden möchte und von Anrufen am Samstagabend, wenn in der Gemeinde der Rasen nicht richtig gemäht ist.

Aber ich will mich gerne und aus vollem Herzen dafür einsetzen, die Gemeinde noch lebens- und liebenswürdiger, familienfreundlicher zu gestalten und finanziell weiter zu konsolidieren, sodass die Verwaltung zukunfts- und handlungsfähiger wird.

Dafür bitte ich heute um eure Stimme und im Wahlkampf sowie im Falle des Erfolges auch danach um eure Unterstützung. Und dafür stehe ich auch gerne am Samstagabend und im Freibad als Ansprechpartner zur Verfügung.